Erstmals in Tutzing: Politischer Aschermittwoch der Liberalen
Vergangenen Mittwoch luden die Liberalen ein zum politischen Aschermittwoch ins Midgardhaus. Im vollen Salon begrüßte die Kreisvorsitzende Britta Hundesrügge Mitglieder und interessierte Tutzinger. Sie betonte, worum es bei dieser Kommunalwahl ginge: „Demokratie heißt um Ideen und Lösungen zu ringen. Vielfalt ist wichtiger als Einfalt. Wettbewerb belebt das Geschäft.“ Hundesrügge freue sich deshalb, dass die Liberalen einen Landratskandidaten ins Rennen schicken dürfen und mit dem dritten Bürgermeister aus Gauting Markus Deschler einen, bei dem Hundesrügge überzeugt ist, dass er den amtierenden Landrat in die Stichwahl treibt.
Für Deschler steht Bildung im Mittelpunkt
Deschler, seit 2008 Gemeinderat und seit 2020 dritte Bürgermeister in Gauting, stellte vor, wofür er sich schwerpunktmäßig als Landrat einsetzen wolle. An erster Stelle stehe für ihn die Bildungslandschaft im Landkreis. Während laut ihm die Liberalen stolz sein können, das Gymnasium in Herrsching gegen großen Widerstand durchgesetzt zu haben. „Es fehlt aber eine Realschule im westlichen Landkreis und auch die FOS Starnberg braucht ein Update“, so Deschler. Auch das Gymnasium Tutzing und dessen Sanierungsbedarf sprach er an.
Tutzing braucht ein neues Gymnasium
Über das hiesige Gymnasium berichtete Paul Friedrich, FDP-Kreisvorsitzender und ehemaliger Jugendbeirat. Schon als er das Gymnasium besuchte, war die Schule mehr als baufällig. „Der Putz bröckelte uns von den Wänden in die Hände“, so Friedrich. Der Landkreis, der das Gymnasium vor einigen Jahren übernommen hat, hat den Sanierungsbedarf zwar erkannt, „nachdem aber vergangene Amtsinhaber im Rathaus sich nicht ausreichend um die Schule gekümmert haben, ist der Sanierungsstau so gravierend, dass wir gleich neu bauen können“, erklärte Friedrich. Dafür möchte er sich im Gemeinderat und Kreistag einsetzen. Denn auch eine langjährige Sanierung möchte er den Schülerinnen und Schülern nicht zumuten, die in einer Baustelle oder Containern unterrichtet werden müssten.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger greift Bundesregierung scharf an
Hauptrednerin des Abends war die Bundesjustizministerin a.D. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die schon seit 2002 Mitglied des Kreistages ist und diesmal auch für den Feldafinger Gemeinderat kandidiert. Denn sie erlebe, dass immer weniger Bürger für kommunale Ämter kandidieren, obwohl dies die Keimzelle der Politik ist. „Vor Ort kann man Politik am unmittelbarsten gestalten“, betonte Leutheusser-Schnarrenberger.
Als erfahrene Bundespolitikerin weitete sie aber auch den Blick auf die Bundesregierung und griff die schwarz-rote Koalition scharf an. „Die Regierung verharrt im Stillstand, während die Wirtschaft dringend auf Entscheidungen wartet“, so Leutheusser-Schnarrenberger. Dabei betonte sie: „Zur Ankurbelung der Wirtschaft liegen zig Gutachten auf dem Tisch, das ist alles kein Hexenwerk.“ Es sei deshalb schade, dass die FDP aktuell „vom Spielfeldrand“ zuschauen müsse. „Die Regierung zeigt, wie wichtig eine starke FDP wäre und ist“, so Leutheusser-Schnarrenberger. Umso mehr ist sie sich deshalb sicher, „dass wir Liberale zurückkommen. Wir sind lebendig und zeigen dies am 8. März.“
